anFANG!*poesieaLbum.daily?~fLaschen.Post!RESTBESTAND!
Ich habe letztens Studenten erzählt, daß das Lehrstück ein Theaterstück ohne Publikum und ohne Proben sei und daß ich daran erinnert werde, wenn ich Penelope Cruz in einem Werbespot sehe, in dem sie mit einem spanischen Akzent synchronisiert wurde. Da frage ich mich, wer trifft solche Entscheidungen und ob sie immer von der Rezipientenseite her getroffen werden, also im Sinne von: Wie ist das lesbar? Wie kriegen wir sichergestellt, dass das Publikum merkt, es geht um Penelope Cruz und nicht um irgendeine Frau, die sich die Haare wäscht. Die Berücksichtigung der berechtigten Verständnisinteressen der Zuschauer führt zu den verrücktesten Verbiegungen. Dazu Joseph Beuys, der 1964 empfiehlt, die Berliner Mauer aus ästhetischen Gründen um 5cm zu erhöhen. Dazu Donna Haraways Aussage, daß wir nicht für jemanden, sondern mit jemandem sprechen müssen. Dazu, daß die Theater einem Jargon verpflichtet sind, der „linke Kritik“ genannt wird und von links bis rechts völlig konsensfähig ist. Natürlich weiß man, daß Kritik eine breite Erwartungshaltung erfüllt und man verlässt sich auf diese automatisch-kritische Geste. Das gilt für die Zuschauer wie für die Produzenten. Dazu das, was wir heute auf der Probe diskutiert haben, daß Sarah Kanes »Psychose 4.48« eine radikale Absage an das Leben ist, und daß, wenn man dieses Stück aufführt mit einer Schauspielerin, die gewöhnt ist einen Text mit Blut und Fleisch aus ihrem eigenen Leben zu füttern, sie einfach daran scheitern muß ...

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Übrigens überlege ich grade, wie eine eventuelle Umstrukturierung meines freundlichen Zimmers aussehen könnte. Monat, Liebes, ich hab dich lieb, ob wohl du dieses "hab" nicht magst.
15.11.06 18:53
 


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